Chronik

Chronik der Pfarrei

St. Michael Stalden

(PDF-Version)

 

1535
Stalden kann sich von der Mutterpfarrei Visp loskaufen und eine eigene Pfarrei gründen. Die umliegenden Pfarreien Eisten, Embd, Grächen, Staldenried und Törbel gehören bis zu 300 Jahre zu unserer Pfarrei, bis sie sich allmählich trennen. Als Gründe der Lostrennung von unserer Pfarrei sind die langen und gefährlichen Wege besonders im Winter, zu erwähnen.

Der erste  neue Pfarrer der neuen Pfarrei heisst Venetz Johann und stammt aus dem Saastal.

 

Das erste Pfarrhaus wird gebaut.

 
1670
Das Pfarrhaus fällt einer Feuersbrunst zum Opfer. Mit ihm gehen auch viele Aufzeichnungen und Akten über die Pfarrei- und Ortsgeschichte verloren.
 
1676
Ein neues Pfarrhaus im Stil der Gommer Vor-schutzbauten wird errichtet. Erbauer ist Domherr Imwinkelried Anton aus Obergesteln.

 

1686
06. Juli Heute kann die neue Pfarrkirche in Törbel gegen den heftigen Protest aus Stalden eingeweiht werden. Damit wird die neue Pfarrei Törbel errichtet.
1690
In diesem Jahr wird die Frühmesserei und die Kaplaneipfründe gegründet. Bald danach beginnt man mit dem Bau des stattlichen Kaplaneihauses. Es kann 1701 fertig erstellt werden.
 
1750
Grächen trennt sich als zweite Filialkirche endgültig von der Mutterpfarrei Stalden.
1771
Embd trennt sich von der Grosspfarrei Stalden
 
1791
 
Törbel kauft sich von sämtlichen finanziellen Verpflichtungen an die Kirche, das Pfarrei- und Sigristenhaus für 900 Pfund los mit Ausnahme der so genannten „ewige Dienste“, was 1793 vom Bischof bestätigt wird.
 
1795
 
19. Juli Die Pfarrei Stalden kauft sich von den so genannten Primizien an die ehemalige Mutterkirche Visp los.
 
Zur gleichen Zeit kauft Stalden sich auch vom Totenpfund los. Man bezahlt dafür 50 Pfund.
 
1869
06. Dezember Nach drei Jahren Verhandlungen wird Staldenried eine eigene Pfarrei.
  1892
29. September Der Bischof schreibt Stalden, dass die Errichtung der Pfarrei Eisten nun beschlossen sei. Diese Errichtung tritt am kommenden Martinstag in Kraft.

Damit ist die ehemalige Grosspfarrei Stalden, welche neben Stalden auch noch die heutigen Pfarreien Grächen, Eisten, Embd, Stalenried und Törbel umfasst, auf ihren heutigen Umfang zusammengeschrumpft.

1957
28. Oktober Nach nur einem Jahr verlässt Kaplan Andenmatten Albert aus Grächen unsere Pfarrei. Er war der letzte Kaplan bei uns.
2009
29. September Heute stellt der Autor Willisch Paul sein Buch: „Die Pfarrei St. Michael Stalden“ der Bevölkerung vor. Das Werk beginnt mit der Geschichte unserer Pfarrei und von den Anfängen des Christentums im Wallis. Das 2. Kapitel des Buches widmet der Autor unserer Pfarrkirche, den Kapellen und den Bildstöcke in der Pfarrei. Mit den Statistiken der Priester der Pfarrei, Priester aus der Pfarrei Stalden, Sigristen und Sakristane und einer kurzen Übersicht über das Pfarrarchiv endet das Buch. Dieses Werk ist erhältlich beim Kirchenrat oder im Konsum.
Chronik Pfarrkirche  Stalden
 
1215
 
In diesem Jahr wird erstmals eine Kirche in Stalden erwähnt. Es handelt sich vermutlich um ein kleines Gotteshaus.
 
1301
 
Das Gotteshaus ist wohl gegen Ende des 13. Jahr-hunderts zu klein geworden. Es wird eine grössere Kirche gebaut. In diesem Jahr erwähnt man sie mit „Kirche des heiligen Michaels von Stalden“.
 
1310
 
Der Gedächtnistag der Kirchweihe des heiligen Michael wird erstmals aufgeführt.
 
1324
 
Ab jetzt findet man die Bezeichnung „parochia“ (Pfarrei). Dadurch ist es möglich, dass die neue Kirche das Tauf- und Begräbnisrecht besitzt.
 
1497
Ein Kirchenneubau im gotischen Stil erfolgt. Nur drei Relikte haben sich von dieser Kirche bis heute erhalten: Ein gotisches Fenster auf der westlichen Sakristeiseite, zwei Abschlusssteine des ehemaligen gotischen Gewölbes, welche sich bei der heutigen Kirche im Giebelfeld über dem Haupteingang befinden.
1730/1731
 
Anlässlich einer Orgelrenovation giesst man eine neue grosse Glocke.
 
1777
Die neue Michaelskirche im Stil des Barocks wird erbaut. Baumeister ist vermutlich Ragutz Johann aus Reckingen. Vorher stand dort eine Kapelle und man reisst bis auf den Turm und die Sakristei alles ab. Beim Bau der neuen Kirche verlagert man die Orgel von der alten Kirche in die neue. Die Orgel wird um einige Register erweitert und das kunstvolle Orgelgehäuse geschaffen.

Die neue Kirche ist wohl die vierte Kirche unserer Pfarrei.

 
1784
Die neue Pfarrkirche wird eingeweiht.

Der Einheimische Schnitzler Venetz Peter-Josef fertigt einen Beichtstuhl für die neue Kirche an.

Übrigens ist unsere Kirche die älteste und letzte der ehemaligen Pfarrkirchen des Bezirkes Visp, die, mit Ausnahme des Hochaltars, in unveränderter Form und Ausstattung heute noch als solche gebraucht wird.

1852
Die St. Michaelskirche wird bis 1855 gründlich renoviert.
1855
25. Juli Das Vispertal erlebt das schwerste Erdbeben seiner Geschichte. Dabei wird auch unsere Kirche in Mitleidenschaft gezogen. Der Chorbogen und einige Fensterbögen müssen ausgebesseret werden, die Wände verstärkt man mit den bestehenden sichtbaren Eisenklammern. Es ist anzunehmen, dass auch das Kirchendach beschädigt wurde.
1864
 
Das seit rund 50 Jahren bestehende mechanische Orgelwerk muss renoviert werden. Diese Arbeiten          von Orgelmeister Karlen Gregor  dauern mehr als  ein Jahr.
 
1890-1900
 
Pfarrer Kronig Franz aus Täsch renoviert teilweise unsere Pfarrkirche. Die Altäre werden verschiedent-lich vergoldet.
1901
 
21. August Nachdem im vergangenen Jahr die grosse Glocke zersprungen ist, giesst man auf dem Biel eine neue. Doch der neue Guss zerspringt erneut. Erst der zweite Gussvorgang gelingt. Heute wird nun die Glocke getauft und am gleichen Abend aufgezogen und geläutet. Sie wiegt ohne Gahnen ca. 31 Zentner.

Gahnengotta ist Noti Sophia und Gahnengetti ist Kaplan Kronig Franz. Kosten rund 3000.- Franken. Glockenmeister sind die Herren Viktor- und Alfred Walpen aus Reckingen. Mit den Vorarbeiten wurde schon im Mai begonnen. Die erste Person, welche man mit der neuen Glocke zum Grabe geleitet, ist Willisch-Briggeler Katharina geb. 1822.

19. Oktober Kurze Zeit später lässt man in Reckingen eine kleinere Glocke giessen. Diese wird heute in den Turm eingebaut.
 
1906
Die zwei heutigen grössten Glocken werden ge-gossen und eingeweiht.
 
1907
Der Hochaltar in der Pfarrkirche wird restauriert und bald danach unterzieht man die Kirche einer Gesamtrestauration. Dabei stattet man die Kirche mit neuen Gemälden im Chorraum und an der Schiffsdecke aus.
1908
Juli H.H. Bayard lässt die alte mechanische Orgel durch eine pneumatische ersetzen. Orgelbauer Carlen Konrad und Karlen Heinrich aus Glis. Die Orgel mit 18 Registern kostet rund 11’000 Franken, was wohl in heutigem Geldwert umgerechnet etwa 110’000 Franken ausmachen würde.
 
1910
12. Juli Erstmals brennt in der Pfarrkirche auf der Empore elektrisches Licht.
1912
Das elektrische Licht wird auch in der übrigen Pfarrkirche und im Turm installiert.
1920
Der deutsche Maler Schneider Josef malt auf Leinwand Ölbilder und klebt diese an die Decke der Kirche mit Harz auf, welche bei der Renovation nach 1969 wieder entfernt werden. Auch der Triumphbogen und das gesamte Chor werden auf diese Weise übermalt.
 
1928
Die bestehende Orgel wird einer totalen Revision unterzogen. Ihr wird gleichzeitig ein elektrisches Gebläse eingebaut.
 
1951
29. September Am heutigen St. Michaelstag segnet Bischof Bieler die neue grosse Glocke ein.
 
1960
Die Orgel in der Pfarrkirche wird überarbeitet, wobei ein geräuschloser Orgelventilator eingebaut wird.
1969
02. Oktober

 

Altarbrand in der St. Michaelskirche. Von der damaligen Kirchenorgel kann nur das prächtige Gehäuse der Hitze standhalten und gerettet werden. Der prächtige Hauptaltar mit der Barock-Monstranz kann nicht mehr gerettet werden ebenso die Deckengemälde. Angebrannt und rauchgeschwärzt sind auch die Apostelstatuen auf den Gesimsen. Aus Sicherheitsgründen muss die Kirche für jeglichen Gottedsienst gesperrt werden.
1971
07. Dezember Seit heute besitzt der Turm der St. Michaelskirche ein neues Dach aus rund 50’000 Schindeln.
 
1973
29. September Am heutigen Patronatsfest wird durch den Landesbischof Nestor Adam die neurestaurierte Kirche mit der Altarweihe feierlich eröffnet. Anstelle des abgebrannten Hochaltars kann man den alten Holzaltar aus Hérémence erwerben. Dieser wurde 1776 errichtet. Bei dieser Renovation errichtet man auch noch eine zweite Empore. Die Kirche steht nun unter Denkmalschutz. Leitender Architekt der Kirchenrenovation ist Cachin Amedée aus Brig.
1974
Dezember Die zwölf nun im ursprünglichen Farbton restau-rierten Apostelfiguren kehren noch vor Weihnach-ten auf ihre angestammten Plätze zurück. Ebenso die 12, kaum auffallenden, Apostelkreuze.
1975
April Eine neuversilberte, klassizistische Ewig-Licht-Ampel, das restaurierte Vortragskreuz und die 6 neuversilberten Altarkerzenstöcke machen unsere Pfarrkirche noch heimlicher.
1977
04. Juni In der Pfarrkirche weiht H.H. Imboden Emil die neue Kirchenorgel ein. Der junge Organist Fridez Bernhard stellt das neue Instrument der Bevölkerung vor. Sie wurde von Orgelmeister Füglister Hans J. aus Grimisuat erstellt.
29. September Schlicht und einfach erinnern wir uns heute an die 200-jährige Kirche. Abends wird eine Tonbildschau in der Kirche gezeigt über das vergangene Cäcilienfest, viele Farbdias von der Kirche usw.
1989
02. März An der heutigen Urversammlung wird unter dem Traktandum „Verschiedenes“ die Erstellung eines Aufbahrungsraumes angeregt. Die zuständige Friedhofskommission wird sich nächstens mit den kirchlichen Verantwortlichen mit dieser Frage befassen.
1991
09. Mai Einweihung der neuen Friedhofskapelle.
1997
01. Juni Nach dem Gottesdienst weiht Pfarrer Werlen den erweiterten Teil des Friedhofs ein. Die Friedhofs-erweiterung umfasst 156 neue Gräber, 10 Urnen-gräber und eine Park- und Grünanlage.
  2007
09. Dezember Am heutigen Weltgedenktag der Verstorbenen Kinder weiht unser Pfarrer Eugen Zimmermann die neuangelegte Kinderwiese und das Gemeinschafts-grab auf dem Friedhof ein.